Die Systemkamera richtig einstellen

Wer mal richtig Fotografieren möchte sollte seine Kamera aus dem Automatikmodus zu holen und manuell die Einstellungen vornehmen. Klar ist der Automatikmodus perfekt für schicke Fotos dennoch kann man mit manuellen Einstellungen viel mehr aus den Bildern rausholen. Auch Kreativ gedacht.

Einstellen der Blende

Die Blende eurer Systemkamera ist dafür da, das einfallende Licht zu regulieren. Die meist irisförmige Blendenöffnung ist bei hochwertigen Kameras stufenweise einstellbar. Dadurch lässt sich das einfallende Licht leicht einstellen. Die Blendenwerte dienen dabei als Einheit für die Blendenöffnung und bilden zusammen eine Reihe von zum Beispiel  1,0 – 32. Dabei gibt der kleinste Wert an, dass die Öffnung größtmöglichst geöffnet ist, was dafür sorgt, dass sehr viel Licht auf den Fotosensor fallen kann. Anders herum gibt der größte Wert, zum Beispiel 32, an, dass die Iris fast geschlossen ist und nur sehr wenig Licht einfallen kann. Dazu sollte man wissen, dass die Blendenreihe sich logarithmisch aufbaut. Warum dies wichtig ist, zeigt ein kleines Rechenbeispiel: Wenn man zum Beispiel von einer Blendenzahl von 2,5 auf die nächste Blendenzahl 4,0 geht, halbiert sich das Licht schon um die Hälfte. Geht man nun noch eine Stufe weiter auf 5,0, gelangt nur ein Viertel an Licht auf den Sensor, obwohl rechnerisch gesehen 2,5 die Hälfte von 5,0 ist. Dies sollte man immer bedenken, da die Blendenreihe von Hersteller zu Hersteller variieren kann und einige Hersteller nicht normierte Zwischenwerte benutzen oder aus Kostengründen auf einige Stufen verzichten. Darum sollte man immer auf ein Gleichgewicht zwischen Verschlusszeit und Blende achten. Als Faustregel gilt: Die Sonne lacht, Blende 8. Das klappt in den meisten Fällen sehr gut. Neben der Regulierung der Lichtmenge ist die Blende auch für die Tiefenschärfe zuständig. Eine kleine Blendenzahl sorgt für eine geringe Tiefenschärfe. Das erkennt man daran, dass auf den gemachten Fotos nur der Vordergrund scharf zu sehen ist und der Hintergrund unscharf. Ich zeige euch das mal an einem Beispiel.

scharfunscharf

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem linken Bild ist die Blendenzahl hoch und dadurch auch die Tiefenschärfe. Man erkennt, dass Vorder- und Hintergrund scharf zu sehen sind. Anders beim rechten Bild. Hier habe ich mit einer kleinen Blendenzahl fotografiert und wie zu sehen, ist der Hintergrund sehr unscharf. Die Bilder sind ungefähr gleich hell, das liegt an den unterschiedlichen Verschlusszeiten, die ich benutzt habe. Beim linken Bild benutzte ich eine Verschlusszeit von 8 Sek bei einer Blende von 22. Beim rechten Bild brauchte ich nur eine 1/5 Sek Verschlusszeit bei einer Blende von 3.6. Ihr seht, wie die Blendenzahl die Verschlusszeit beeinträchtigt und da komme ich dann zu meinem zweiten Punkt.

Auswahl der richtigen Verschlusszeit

Die Verschlusszeit ist genauso wichtig wie die Blendenzahl. Wie gerade beschrieben, kümmert sich die Blende um die Menge an einfallendem Licht. Die Verschlusszeit regelt die Dauer des einfallenden Lichts auf den Sensor. Genauso wie die Blende bestimmt die Verschlusszeit über die Helligkeit des Fotos. Eine kurze Verschlusszeit sorgt dafür, dass das Licht nur kurz auf den Sensor fallen kann. Dadurch entsteht ein dunkles Foto. Andersherum ist, wenn man ein Bild langzeitbelichtet. Hier kann das Licht länger auf den Sensor einwirken und sorgt so für hellere Foto. So wundert es keinen, dass man nachts eher langzeitbelichtet. Das führt uns zum zweiten Merkmal der Verschlusszeit. Wenn man eine kurze Verschlusszeit wählt, erscheinen die nachfolgenden Bilder wie eingefroren. Man erhält Bilder mit höchstmöglicher Schärfe, auch wenn sich das Motiv bewegt. Will man aber die Bewegung des Motivs fließend festhalten, sollte man eine längere Verschlusszeit wählen. Hier mal ein Beispiel:

 

 

 

 

 

 

 

Beim linken Foto habe ich die Verschlusszeit klein gehalten. Genau gesagt 1/1600 Sekunde. Darum wirkt das Bild wie eingefroren. Man erkennt jedes Detail im Bild, dank des hohen Schärfeanteils. Anders das rechte Bild. Hier habe ich 1/10 Sekunde Verschlusszeit eingesetzt. Dadurch erkennt man besser die Bewegung des Wassers. Man erkennt, obwohl es ein Foto ist, dass das Wasser in Bewegung war, als ich es fotografierte. Man sollte aber stets daran denken, dass man bei längeren Verschlusszeiten eher verwackelt und man daher auf ein Stativ zurückgreifen sollte. Gute Systemkameras bieten einen Blub-Modus an. In diesem Modus richtet sich die Verschlusszeit nach der Dauer des Drückens auf den Auslöser. So könnt ihr schnell mehrere Verschlusszeiten variieren, ohne ständig die Kamera neu einstellen zu müssen. Noch ein kleiner Tipp von mir: Fotografiert mal eine Person in einer Menschenmenge mit langer Verschlusszeit und unter Einsatz eines externen Blitzes. Das ergibt einen coolen verwaschenen Effekt, wobei euer Motiv, die Person, scharf zu sehen bleibt. Sollte es mal nicht so klappen wie ihr wollt, hilft euch ein Bildbearbeitungsprogramm dabei, den Fehler wieder auszugleichen. 😉

Beispielbilder meiner Systemkamera

Hier habe ich euch mal einige Beispielbilder aufgeführt, die ich mit meiner Systemkamera geschossen habe. Dazu habe ich euch dann die verwendete Blende und die Verschlusszeit notiert. Ich denke, so kann man am besten verstehen, wo die Unterschiede liegen.

   

Blende: 16

Verschlusszeit: 6 Sekunden

ISO: 100

Blende: 20

Verschlusszeit: 1/640 Sekunden

ISO: 800

Blende: 5.6

Verschlusszeit: 1/125 Sekunden

ISO: 200

Blende: 5.6

Verschlusszeit: 1/640 Sekunden

ISO: 100

Blende: 3.5

Verschlusszeit: 1/20 Sekunden

ISO: 100